MUSIKER-GESUNDHEIT

Wenn wir Musiker Ermüdungserscheinungen, Beschwerden und Schmerzen beim Spielen haben, gehen wir zum Arzt, der uns möglicherweise Physiotherapie und Krankengymnastik verordnet. Vielleicht gibt es Hinweise auf Osteopathie und Angebote aus dem Bereich Körperarbeit, was ich persönlich für ausgesprochen empfehlenswert halte.

Aber für uns Instrumentalisten wäre es spätestens jetzt hilfreich, günstig oder sogar notwendig, unsere individuelle Instrumentaltechnik zu hinterfragen und sich vielleicht sogar von einem Technik-Coach helfen zu lassen, um mittel- und langfristig die körperlichen Probleme lösen zu können.

Hilfe ist möglich

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein objektiver Blick von außen und möglicherweise eine Korrektur sehr vieles in Bewegung bringen kann, bis hin dazu, dass sich die Lebensqualität als Musiker entscheidend verbessern kann.

Bei Sänger*innen – gerade auch bei den internationalen Stars – wird es als völlig normal und logisch angesehen, regelmäßig mit Korrepetitoren an der Stimme zu arbeiten; bei Instrumentalist*innen ist das Technik-Coaching immer noch etwas schambehaftet, als würde dadurch unsere Qualität als Musiker angegriffen. Im Gegenteil kann die Zusammenarbeit mit einem Pädagogen die technischen Fähigkeiten erneuern, so dass wir uns wieder mit Leichtigkeit der Musik widmen können.

Prävention ist notwendig

Grundsätzlich ist es meiner Meinung nach sinnvoll, dass wir Musiker uns für unsere Gesundheit verantwortlich fühlen! Nur ein Beispiel:
Aus eigener Erfahrung, aber auch aus Gesprächen mit zahlreichen meiner Kolleg*innen weiß ich, dass zum Beispiel das Warm-up und erst recht das Cool-down selten gemacht wird. Es ist vermutlich zuerst eine Einstellungssache, in zweiter Linie eine zeitliche Frage. Wenn aber schon in den Fußballvereinen unserer Kinder 20–30 Minuten Aufwärmen in jedem Training Pflichtprogramm sind, warum verzichten wir musikalischen Hochleistungssportler freiwillig darauf?